Paris
Viel kann und will ich gar nicht sagen, weil die Stadt für sich spricht. In diesem Bericht werdet ihr wenig über die Klassiker finden. Unser Aufenthalt war kurz und wir wollten die Zeit nicht mit "Schlange stehen" verbringen. Wir sind einfach gegangen und haben uns treiben lassen und so die Stadt auf uns wirken lassen - manchmal mehr und manchmal weniger vom Touristenstrom getrieben.
Stand: September 2025
Aufenthalt: 2 Tage
Die Anreise
Wir hatten noch Glück, dass es die Nachtzugverbindung gab. Sie wird leider im Dezember 2025 eingestellt. Aber das soll Dich nicht daran hindern, dass Du mit dem Zug nach Paris fährst. Ist zwar dann nicht mehr ganz so komot, geht aber auch. Schließlich ist ja der Weg das Ziel.
Die Unterkunft
Das Hotel La Planque liegt in einer ruhigen und kleinen Seitenstraße in der Nähe der Avenue Parmentier. Und klein ist auch das Hotel, es sind 35 charmante Zimmer und eine liebvolle Ausstattung und Atmosphäre, die unseren Aufenthalt in Paris verschönert haben. Ich habe mich in die wunderschöne alte Holztreppe verliebt - herrlich abgenutzt, aber vom Charme der alten Tage nichts verloren. Superior Zimmer und Bad waren überschaubar groß.
Die U-Bahn ist in der Nähe und damit hast Du einen perfekten Ausgangsort um die Stadt zu erkunden.
Das Frühstück wollten wir eigentlich nicht, aber durch ein sprachliches Missverständnis dachten wir, dass es inklusive ist. Es sollte nicht das einzige Missverständnis bleiben - mehr dazu später. Es war aber ein Missverständnis, das uns ein gutes Frühstück beschert hat. Eine kleine Auswahl der üblichen Akteure eines Frühstücksbuffets, aber die Zutaten frisch und von guter Qualität. Mir hat das Baguette, der Käse und die gesalzene Butter gereicht - einfach, aber gut.
Die Verpflegung
Das Les Philosophes würde ich als klassisches Bistro bezeichnen und das beziehe ich auf die Tische vor dem Restaurant, sowie die Einrichtung innen, als auch die Auswahl der Speisen und Getränke. Das Lokal besticht durch lange Öffnungszeiten von früh bis spät. Wir waren mittags auf einen kleinen Snack dort. Ein Teller mit Rohschinken und eine salzige Variante der Tarte Tatin mit Tomaten. Beides war sehr gut und es war ein schmackhafter kurzer Zwischenstopp auf unserem Spaziergang.
Le Dauphin
Das Le Dauphin ist ein lässige Tapas Bar - sehr clean in der Möblierung und auf das Wesentliche reduziert. Auch bei den Gerichten gibt es teilweise wenig Schnickschnack - hier steht die Qualität der Zutaten im Vordergrund. Und das hat mit Käse und Wurst gestartet. Beim Hauptgang hat mich mein Übersetzungsprogramm im Stich gelassen und wer den Film Lost in Translation kennt, wird sich in mich einfühlen können, denn ein Missverständnis in der Kommunikation hat zu einer kulinarischen Herausforderung geführt. Ich habe mich von all'arrabbiata etwas in die Irre führen lassen, weil ich nicht übersetzen konnte was genau denn da auf all'arrabbiata Art serviert wird. Als der Kellner kam und sagte: and that's the veal stomach, sind mir mal kurz die Gesichtszüge entgleist. Mein Mann freute sich über seinen Oktopus und ich war verunsichert. Aber ich habe mich drüber getraut und, was soll ich sagen, es war sehr gut. Sehr zart und g'schmackig abgeschmeckt in einer würzigen Sauce. Mein Mann, der ohne Missverständnisse seinen Oktopus genossen hat, war auch sehr zufrieden. Und ganz eineutig war der Nachtisch - es war eindeutig was wir bekommen und es hat eindeutig geschmeckt - Zitronentarte wie sie sein soll: knuspriger Boden, zitronige Creme und schaumiges Eiweiß. Ins Glas kommen Weine, die teilweise spezieller sind, aber die Beratung ist sehr nett und läßt kosten, bis was passendes gefunden ist.
Im Buvette Paris gibt es Wohlfühlessen. Die Tartines, zum Einstieg, sind sehr üppig belegt und auch hier wird viel wert auf die Qualität der Zutaten gelegt. Die Tartine mit Haselnüssen, Ziegenkäse und Honig ist eine gute Mischung aus süß, salzig und nussigem Crunch. Die Variante mit Speck hat uns auch überzeugt. Mein Mann hatte einen der klassischsten Klassiker der französischen Küche - Coq au Vin. Die Sauce hat sehr lange gekocht, so intensiv wie sie geschmeckt hat und das Fleisch war zart. Mein Parmentier . Auflauf mit Entenfleisch und Kartoffelpürree, war auch gut gewürzt und hat mich satt und glücklich gemacht.Das Lokal liegt nahe bei Pigalle, der Besuch läßt sich super mit einer Tour durch das nächtliche Paris verbinden.
Die Ausflüge
Ich werde hier nicht die allseits bekannten Klassiker aufzählen, denn die kennst Du sicher sowieso und außerdem haben wir sie nicht besucht. Ok, drei Klassiker waren doch dabei - der Eifelturm, Notre Dame und Sacré-Coeur von Montmartre. Ob unseres kurzen Aufenthaltes mussten wir eine Auswahl treffen. Den Weg dorthin haben wir zu Fuß zurückgelegt, tolle Eindrücke gewonnen und die Stadt auf uns wirken lassen und sie aufgesaugt. Sei es am Ufer der Seine zu sitzen oder durch die kleinen Gassen von Marais zu schlendern. Alte Häuser mit beeindruckenden Fassaden, kleine Cafes mit Tischen vor der Tür, die Leute sitzen entspannt bei einem Cafe oder einem Glas Wein - savoir vivre vom Feinsten.
Spaziergang durch Paris auf Instagram
Das Fazit
Mehr grün als man denken würde und sehr facettenreich.
Wuselei, Verkehr, Gehupe, einmal abbiegen und Ruhe - Du stehst in einer ruhigen Gasse mit schönen alten Häusern. Diese Gegensätze machen die Stadt sehr besonders.
Eine Stadt, die sehr viel bietet und für die zwei Tage natürlich viel zu kurz waren. Wir sind sehr viel zu Fuß gegangen, haben dadurch flächenmäßig natürlich nicht viel geschafft, aber wir konnten so die Stadt ein bisschen aufsaugen und auf uns wirken lassen. Und das nächste Mal klappern wir einfach andere Viertel ab.